Typisch Deutsch bei Wilhelm Busch

von Horst Hoppe (mit Hilfe einer KI)

Wilhelm Busch karikierte in seinen Werken meisterhaft deutsche Spießbürgerlichkeit, Vereinsmeierei und falsche Moral.

Hier sind drei prägnante Beispiele für „typisch deutsche“ Eigenschaften aus seinen Werken, jeweils mit dem passenden Zitat und der genauen Werksangabe:

1. Vereinsmeierei & Pflichtbewusstsein (Der unentbehrliche Bürger)         

Dieses Gedicht beschreibt die typisch deutsche Neigung, sich in Vereinen, Gremien und Pflichten zu verlieren – bis hin zur bitterbösen Pointe, dass der Betroffene selbst bei seiner eigenen Beerdigung pünktlich „dabei“ ist.

Wilhelm Busch (Selbstporträt, Public Domain)

 „Wirklich, er war unentbehrlich!
Überall, wo was geschah.
Zu dem Wohle der Gemeinde,
Er war tätig, er war da.

Schützenfest, Kasinobälle,
Pferderennen, Preisgericht,
Liedertafel, Spritzenprobe,
Ohne ihn, da ging es nicht.
[…]
Gestern, als sie ihn begruben,
War er richtig auch dabei.“

Wilhelm Busch, Gedichtband „Kritik des Herzens“ (1874)

2. Ordnungswahn & Obrigkeitshörigkeit (Der erzieherische Zeigefinger)

In seinem berühmtesten Werk parodiert Busch den unbedingten Drang der deutschen Gesellschaft nach Zucht, Ordnung und der Unterdrückung jeglichen jugendlichen Eigensinnens. Das Lernen wird hier nicht als Freude, sondern als staatlich verordnete Bürgerpflicht verstanden.

Lehrer Lämpel (Wilhelm Busch, Public Domain)

„Also lautet ein Beschluss:
Dass der Mensch was lernen muss. –                  
Nicht allein das Alphabet
Bringt den Menschen in die Höh‘;
Nicht allein im Schreiben, Lesen
Übt sich ein vernünftig Wesen;
Nicht allein in Rechnungssachen
Soll der Mensch sich Mühe machen;
Sondern auch der Weisheit Lehren
Muss man mit Vergnügen hören.“

Wilhelm Busch, Einleitung zu „Max und Moritz – Eine Bubengeschichte in sieben Streichen“ (1865)

3. Schadenfreude & Missgunst (Der neidische Blick auf den Nachbarn)

Schadenfreude gilt oft als ein klischeehaft deutsches Phänomen. Busch fasste die Missgunst gegenüber den Mitmenschen und das Aufatmen, wenn andere scheitern, perfekt in vier kurze Zeilen zusammen.

Die fromme Helene (Wilhelm Busch, Public Domain)

„Wenn andre klüger sind als wir,
Das macht uns selten nur Pläsier,
Doch die Gewissheit, dass sie dümmer,
Erfreut fast immer.“

Wilhelm Busch, Gedichtband „Zu guter Letzt“ (1904)