von Maja Prée
Ich merke erst in der Beschäftigung mit diesem Thema wie vielfältig die Bedeutung der Worte „reden, sprechen“ sein kann. Nicht nur die Betonung in einem Satz macht das gesprochene Wort aus, sondern auch die Anteilnahme, die es vermittelt.
„Wir müssen miteinander reden“ ist ein zentraler Satz für den Aufbau von Vertrauen, das Lösen von Konflikten und das Verständnis im persönlichen sowie gesellschaftlichen Bereich
Es ist ein Appell, in einen respektvollen Dialog zu treten, um Missverständnisse abzubauen, tiefere Bindungen zu schaffen und gemeinsam Lösungen für Herausforderungen zu finden.“ Diese Worte fand ich bei Safari – meinem online Finder.
Diesem Text hier war einen Tag zuvor ein Telefonat mit einer Freundin vorausgegangen, das mich erst beim späteren „Darüber-Nachdenken“ noch einmal auf diese Spur brachte.
Ich nenne sie der Einfachheit halber hier Inge, weil der Name einerseits unwichtig ist, andererseits aber auch keine eventuellen Ähnlichkeiten aufzeigen soll.
Inge ist ein Mensch, wie ich, jenseits der Siebzig. Vielseitig interessiert und engagiert und auch bemüht für sich selber aufzukommen. Seit einigen Wochen besucht sie als Einsteiger einen Kurs in einem Fitnessstudio. Sie ist Neuling in der Gruppe.
Bei einer Übung auf einem großen Ball rutschte sie ab, die Brille fiel herunter und ein erst kürzlich reparierter Bügel an der Brille brach. Nun kann ein Sturz von einem großen Ball in unserem Alter auch Folgen haben und jeder, der selber eine Brille trägt, weiß, dass deren Reparatur auch ihren Preis haben kann. Zumal wenn man sie von seiner eigenen Rente begleichen muss.
Inzwischen war eine Woche vergangen, die Brille wird repariert – zu einem vertretbaren Preis und körperlich war ihr auch nichts passiert.
Was sie mir aber erzählte, war, dass fast alle aus der Sportgruppe sie zu möglichen Folgen des Fallens gefragt hatten und ob sie ihre Sehhilfe wieder bekommt.
„Das empfand ich als gute Kommunikation“ waren Inge‘s Worte.
Mir ist wichtig, noch zu sagen, dass Inge ein Mensch ist, der in seiner Nachbarschaft sehr hilfsbereit ist. Und nicht nur dort bewirkt sie Gutes, auch in einer sozialen Einrichtung ist sie aktiv. Aber gerade bei den Nachbarn, habe ich das Gefühl, ist diese Hilfsbereitschaft eine Selbstverständlichkeit. Und hier greift wieder die Kommunikation. Ein freundliches Wort ist oftmals Dankeschön genug. Man muss es nur aussprechen.